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Die letzten Romantiker

Normalerweise ist ein Ferienaufenthalt auf irgendeine Art und Weise mit Reiseleitern verbunden, Leuten also, die dafür zu sorgen haben, daß alles klappt - kurz und gut: Sie sollen Ihnen den Urlaub verschönern, sollen den Kontakt zwischen dem Gast und der einheimischen Bevölkerung herstellen, sollen, sollen...

Die Vorstellungen über die Tätigkeit eines Reiseleiters sind sehr unterschiedlich. Etwa 80% der Gäste nehmen gemeinhin an, daß Angehörige dieser Berufsgattung den ganzen Tag über unter Palmen am Strand bummeln, sich sonnen, tauchen, wasserskilaufen und außerdem noch sämtliche netten Touristen verführen (dies kann man ja in der Boulevard-Presse nachlesen!) - Die Wirklichkeit sieht etwas anders aus: Wenn Sie bereit sind, für 500 € pro Monat etwa 300 Stunden zu arbeiten, bringen Sie schon gewisse Voraussetzungen mit! Wenn Sie weiterhin bereit sind, sich jeden Tag mindestens 20 Mal anhören zu müssen, daß jede andere Reisegesellschaft besser ist, als die Ihre und man sich energisch bei Ihrem Vorgesetzten beschweren werde, nicht zu vergessen den Anwalt und die Presse, die man unverzüglich nach Rückkehr verständigen würde, und weil so anders als bei allen anderen Reiseveranstaltern die Koffer bei Ankunft nicht zum Bus getragen würden - vom Reiseleiter natürlich! - und daß überhaupt alles Mist sei, dann sollten Sie es nicht unterlassen, sich bei einem der großen Reiseunternehmen schnellstens zu bewerben!

Das einzige, was Sie dann noch mitbringen müssen, sind: Allgemeinwissen, mindestens zwei Fremdsprachen, Geschichts- und Kulturkenntnisse über das Land, in das man Sie schickt. Nur ganz nebenbei sollten Sie noch ein guter Psychologe, Computerfachmann und Jurist sein, im Notfall Kindern auf die Welt helfen können, sich bei sämtlichen Krankheiten auskennen und Geduld wie ein Maulesel haben. Das ist schon alles!

Reiseleiter sind Individualisten. Vielleicht kann man sie als die letzten Romantiker bezeichnen - Romantiker in einer Welt, die trotz aller Hetze noch ein wenig von dem enthält, das man sich in unserer Zeit bewahren sollte: Liebe zum Beruf, die Bereitschaft, anderen Menschen zu dienen - ihnen dabei zu helfen, die Welt kleiner werden zu lassen und ihnen die Schönheiten unserer Welt zu zeigen.

Zum Schluß sollten wir noch die letzten Zeilen eines Schriftstellers zitieren, welcher ein Gedicht über Reiseleiter verfaßt hat. Er meint dazu:

"Mitunter wechselt man sie aus
wer schadhaft, kommt ins Irrenhaus"